Duo Udite

Ich bin der Welt abhanden gekommen (…) bildet den Abschluss des Albums und bietet genügend Raum, gerade das untere Register der Mezzosopranistin schimmern zu lassen. Die Innigkeit, ja Ernsthaftigkeit dieses zarten Liedes wird von Bruns ebenso innig, zart und ernsthaft interpretiert ohne je banal zu wirken. Göritz begleitet diskret, aber nie achtlos. Im Gegenteil: seine sanften, runden Klänge tragen den Gesang seiner Partnerin mühelos auch durch die bewegteren Teile dieses Weltgetümmels.

Das Duo Udite liefert mit seinem ersten Album eine ebenso hörenswerte wie abwechslungsreiche Programmschau. Zu loben ist vor allem das Zusammenspiel von Bruns und Göritz – man merkt den Aufnahmen an, dass hier ein eingespieltes und aufeinander abgestimmtes Duo agiert. Göritz‘ Fähigkeit zu lebendigem Begleiten und seine Interpretation der Vor-, Zwischen und Nachspiele können nicht hoch genug gerühmt werden. Bruns eher gedecktere Stimme und ihre ruhige Art der Interpretation erzeugen immer wieder Momente von großer Intensität – besonders im Eraclito Amoroso oder eben in Ich bin der Welt abhanden gekommen.

(Ya’qub Yonas N. El-Khaled, EGTA-Journal, 6/2023)

Aktuell

In ihrer langjährigen Zusammenarbeit hat das Duo Udite den üblichen Rahmen des Repertoires von Gitarre und Gesang entschieden erweitert. Dank der sorgfältigen Bearbeitungen für die Gitarre durch den Konzertgitarristen Daniel Göritz, der mit Bettina Bruns’ Mezzosopran eine kongeniale Einheit bildet, kommt die Fülle der Literatur im Liedgesang neu zur Geltung. Im Zusammenklang mit der Gitarre, die das Filigrane, die Struktur jeder einzelnen Komposition deutlicher hervortreten lässt, hat die Stimme neue Möglichkeiten, sich emotional zu entfalten.

Die soeben erschienene CD „Udite“ umfasst die ganze Bandbreite ihres Repertoires. Weitere Einspielungen sind geplant.

Udite

Bettina Bruns

Mezzosopran

Daniel Göritz

Gitarre/Arrangements & Komposition Prologo

Erhältlich bei Kreuzberg Records
Während ihrer langjährigen Zusammenarbeit als Duo Udite haben die Mezzosopranistin Bettina Bruns und der Konzertgitarrist Daniel Göritz das Repertoire für diese Besetzung entscheidend erweitert. Jede Bearbeitung ist das Ergebnis einer geduldigen Suche nach Verbesserung und Verfeinerung – sowohl klanglich als auch im Tonsatz. Der intime Charakter der Gitarre lässt Struktur und Fragilität der einzelnen Kompositionen deutlicher hervortreten. Es entsteht ein transparenter Klangraum, in dem Bettina Bruns mit ihrer markant dunkel tembrierten Stimme dynamisch nuancierte Liedinterpretationen von lyrischer Tiefe entwickelt.
Udites Schwerpunkte liegen neben dem Barock vor allem auf der deutschen Romanik und Spätromantik. Über die Jahre ist ein umfangreiches Repertoire entstanden, das von vielen Einzelwerken auch einige so nie gehörte größere Zyklen einschließt. Dazu gehören Schumanns Liederkreis op. 39, Wagners Wesendonck-Lieder und Mahlers Rückert-Lieder. Die CD „Udite“ bündelt erstmals Höhepunkte dieses Repertoires.

Die Worte allein vermitteln jedoch die ungeheure Intensität, die Strozzis Vertonung („Eraclito Amoroso“) erreicht, nicht. Über dem Lamentobass entfaltet sich eine Melodie, die mit ihren zahlreichen Ornamenten und Reibungen höchste interpretatorische Anforderungen stellt. Bettina Bruns dunkel tembrierter Stimme gelingt es ganz ausgezeichnet, diesen gerecht zu werden und Heraklits Klage hörbar zu machen.

(Ya’qub Yonas N. El-Khaled, EGTA-Journal, 6/2023)

1. Prologo: Fantasia su "L'Eraclito amoroso" (Gitarre Solo)

von Daniel Göritz

2. „L'Eraclito Amoroso“ op. 2, Nr. 10

von Barbara Strozzi (1619- ca.1664)

3. „If music be the food of love“

von Henry Purcell (1659 -1695)

4. „Dear pretty youth“

von Henry Purcell (1659 -1695)

5. „Lied der Mignon“ D. 877 Nr. 4

von Franz Schubert (1797-1828)

6. „Der Wanderer“ D. 493

von Franz Schubert (1797-1828)

7. „Im Treibhaus“ (Studie zu Tristan und Isolde)

von Richard Wagner (1813-1883)

8. „Morgen“ op. 27 Nr.4

von Richard Strauss (1864-1949)

9. “In der Fremde” (aus der Heimat hinter den Blitzen rot) op. 39 Nr.1

von Robert Schumann (1810-1856)

10. „Wehmut“ op. 39 Nr.9

von Robert Schumann (1810-1856)

11. “In der Fremde” (ich hör’ die Bächlein rauschen) op. 39 Nr.8

von Robert Schumann (1810-1856)

12. „Sapphische Ode“ op. 94 Nr.4

von Johannes Brahms (1833-1897)

13. „Immer leiser wird mein Schlummer“ op.105 Nr.2

von Johannes Brahms (1833-1897)

14. „Ich bin der Welt abhanden gekommen”

von Gustav Mahler (1860-1911)

Repertoire Duo Udite

Barbara Strozzi (1619-ca.1664)
L’Eraclito Amoroso  (op. 2, Nr.10)

Henry Purcell (1659-1695)
Music for a while
There´s not a swain
Dear pretty youth
Sweeter than roses
If music be the food of love (1st & 2nd versions)
An Evening Hymn (aus: Harmonia sacra)

Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Lascia chío pianga

Antonio Cadera (1671-1763)
Sebben, Crudele

Giulio Caccini (1545-1618)
Amarilli

Antonio Caldera
Come raggio di sol

Benedetto Marcello (1668-1739)
Quella fiamma che m’accende

Alessandro Scarlatti (1660-1725)
O, cessate di piagarmi

Antonio Vivaldi (1678-1741)
Stabat Mater (RV 621)
 I.    Largo  Stabat Mater
II.    AdagissimoCuius animam
III.   Andante O quam tristis
IV.   Largo Quis est homo
V.    Adagissimo Ques non posset
VI.   Andante  Pro peccatis
VII.   Largo Eja Mater
VIII. Lento  Fac ut ardeat 
IX.   Allegro Amen

Johann Sebastian Bach(1685-1750)
Aria: Wohl euch, ihr auserwählten Seelen
aus der Kantate
»O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe«
BWV 34

Ich habe genug – Schlummert ein, ihr matten Augen
aus der Kantate
»Ich habe genug«  BWV 82

No. 2: Recitativo & No. 3: Aria
Aria: Tief gebückt und voller Reue, Recitativo
und Choral Ich, dein betrübtes Kind
aus der Kantate
»Mein Herze schwimmt in Blut« BWV 199

Robert Schumann (1810-1856)
Liederkreis op. 39 
12 Gesänge nach Joseph von Eichendorff
I. In der Fremde
II. Intermezzo
III. Waldesgespräch
IV. Die Stille
V. Mondnacht
VI. Schöne Fremde
VII. Auf einer Burg
VIII. In der Fremde
IX. Wehmut
X. Zwielicht
XI. Im Walde
XII. Frühlingsnacht

und verschiedene Einzelwerke

Richard Wagner (1813-1883)
Wesendonck Lieder
Der Engel
Stehe still
Im Treibhaus
Schmerzen
Träume

Vorspiel zu Tristan und Isolde (Git. Solo)

Richard Strauss (1864-1949)
Die Nacht (aus „Letzte Blätter“, Op. 10 Nr. 3)
Zueignung (aus „Letzte Blätter“, Op. 10 Nr. 1)
Allerseelen (aus „Letzte Blätter“, Op. 10 Nr. 8)
Morgen (Op. 27 Nr.4)

Claude Debussy (1862-1918)
Les Angelus
Beau Soir

Gustav Mahler (1860-1911)
4 Rückert-Lieder

ausserdem verschiedene Lieder von
Franz Schubert und Johannes Brahms

Daniel Göritz

Daniel Göritz, geboren 1965 in Berlin (Ost), studierte Konzertgitarre in Berlin, Manchester (auch Komposition) und New York. 1993-96 Assistentur und Doktorat an der Manhattan School of Music in New York. Seit 1999 wieder in Berlin, wo er auch als Honorarprofessor für Konzertgitarre an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ unterrichtet. Als Komponist Zusammenarbeit mit verschiedenen Solisten und Ensembles wie z.B. dem KNM Berlin oder dem Fibbonacci Trio. Vielfache Preise und Stipendien. Darunter: 1. Preis des Huddersfield International Composition Competition 1994; Gewinner des Artists International Competition New York 1996 mit dem Zephyrus Duo gemeinsam mit der amerikanischen Flötistin Sarah Hornsby mit anschließendem Debütkonzert in der Carnegie Recital Hall 1997.

Als Gitarrist regelmäßige Zusammenarbeit mit renommierten nationalen und internationalen Orchestern (u.a. den Berliner Philharmonikern) und Ensembles (u.a. dem KNM Berlin, Ensemble Modern). Im Bereich der klassischen Musik ist er als Interpret, Bearbeiter und Herausgeber aktiv. Zu den aktuellen Projekten zählen hier: das Duo mit der Mezzosopranistin Bettina Bruns, auch erweitert zum Trio Udite (+Kontrabass), dessen Programm sich stilistisch über verschiedene Jahrhunderte erstreckt. Oder das Gitarrenduo mit Daniel Wolff (Brasilien), dessen Fokus auf der Erweiterung des klassischen Gitarrenrepertoires durch neue eigene Transkriptionen liegt. Ein wichtiger Schwerpunkt war und ist auch die aktuelle zeitgenössische Musik und schließt ein erweitertes Instrumentarium (darunter auch verschiedene E-Gitarren und Elektronik, z.B. im Ensemble e – w e r k) und die freie Improvisation ein.

www.daniel-goeritz.de